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Abstrakte blaue Lichtformen auf schwarzem Hintergrund

Top 7 Wachstumsmöglichkeiten im Bereich Beleuchtung

26.01.2026

Intelligente Beleuchtung entwickelt sich zum strategischen Hebel für Wohlbefinden, Effizienz und Nachhaltigkeit in Gebäuden. Vernetzte Systeme, KI und neue Geschäftsmodelle eröffnen Herstellern und Betreibern vielfältige Wachstumschancen.

Lesedauer: 5 Minuten

Unternehmen und Facility Manager setzen zunehmend auf adaptive Beleuchtung, die den Menschen und seine Bedürfnisse konsequent in den Mittelpunkt stellt, und nutzen Künstliche Intelligenz sowie das Internet der Dinge, um sowohl das Wohlbefinden als auch die Produktivität zu steigern. Drahtlose und interoperable Lichtsteuerungen machen Gebäude intelligenter, da sie sich nahtlos mit HLK-, Sicherheits- und Energiemanagementsystemen verbinden lassen – das verbessert sowohl Skalierbarkeit als auch den Komfort der Nutzer*innen. Hersteller setzen außerdem verstärkt auf Prinzipien der Kreislaufwirtschaft in der Beleuchtung, indem sie auf modulare, recycelbare und langlebige Designs setzen und so die Nachhaltigkeit langfristig fördern. Zudem entwickelt sich die Notbeleuchtung weiter: Funktionen wie Selbsttest und Diagnostik erhöhen die Sicherheit und stellen die Einhaltung von Vorschriften sicher.

Der Frost & Sullivan Bericht identifiziert die folgenden sieben wichtigsten Wachstumschancen:

  1. Intelligente und adaptive Beleuchtung 
    Die COVID-19-Pandemie hat Facility Manager dazu veranlasst, das Wohlbefinden der Gebäudenutzer*innen in den Mittelpunkt zu stellen und Investitionen in Lösungen wie Tageslichtnutzung, Arbeitsplatzmanagement und menschenzentrierte Beleuchtung zu forcieren. Die Einhaltung von Gebäudestandards für Gesundheit und Wohlbefinden wie WELL und BREEAM steht nun im Fokus. BREEAM (Building Research Establishment Environmental Assessment Method) und WELL (WELL Building Standard) sind weltweit anerkannte Zertifizierungssysteme für nachhaltige und gesunde Gebäude. Dies betrifft nicht nur Büros, sondern auch Gesundheitswesen, Bildungs- und Gastgewerbesektor. Die Einführung vernetzter und intelligenter Lichtsysteme nimmt zu, da Unternehmen die Auswirkungen von Beleuchtung auf die Gesundheit erkennen. Anbieter von Lichtlösungen können mit Gesundheitsexpert*innen zusammenarbeiten, um fortschrittliche Systeme für spezielle Bedürfnisse wie die Verbesserung des zirkadianen Rhythmus und Stressreduktion zu entwickeln. Durch datengestützte Erkenntnisse zu Energieverbrauch und Wohlbefinden können sie zudem einen nachhaltigen Mehrwert für Gebäudenutzer und Betreiber bieten.

  2. Präzise Beleuchtung und Steuerung im Gartenbau 
    Der Markt für Gartenbaubeleuchtung, der vor allem von LED-Technologie dominiert wird, wird voraussichtlich in den nächsten drei bis vier Jahren einen Sättigungspunkt erreichen. Um wettbewerbsfähig und profitabel zu bleiben, müssen Hersteller über einfache Ein/Aus-Steuerungen hinausgehen und fortschrittliche Lösungen einführen. Vertikale Farmen verbrauchen derzeit deutlich mehr Energie pro Kilogramm Ernte als Gewächshäuser und setzen meist keine Energiesparmaßnahmen ein. Künftige Wachstumschancen liegen in Investitionen in automatisierte Präzisionssteuerungen, in der Zusammenarbeit mit Landwirt*innen und Forscher*innen zur Entwicklung besserer Lichtlösungen sowie im Vorantreiben von politischen Standards zur Verbesserung der Produktqualität und Nachhaltigkeit. Zusätzlich können Leuchtenhersteller mit Energieversorgern kooperieren, um Energieberatung und Finanzierung für fortschrittliche Steuerungen im Vertical Farming zu ermöglichen. 

  3. Interoperable Lichtsteuerungs-Protokolle 
    Interoperable Lichtsteuerungen bilden zunehmend das Rückgrat intelligenter Gebäude, da sie eine nahtlose Integration mit anderen Systemen wie HLK, Sicherheit und Energiemanagement ermöglichen und so die Effizienz und Anpassungsfähigkeit steigern. Protokolle wie Matter, der branchenweite Standard für das Smart Home, und das TALQ-Protokoll, der spezielle Schnittstellenstandard für Smart Cities, erleichtern die plattformübergreifende Kompatibilität und damit die Implementierung. Die Nutzung drahtloser Technologien wie Bluetooth Mesh und Thread beschleunigt diesen Trend, indem sie Zuverlässigkeit, Skalierbarkeit und Kosteneffizienz verbessern. Diese Systeme sparen zudem viel Energie, da sie das Licht je nach Belegung, Tageslicht und Nutzung anpassen – das senkt Kosten und unterstützt Nachhaltigkeit durch niedrigeren Energieverbrauch und geringere CO2-Emissionen.

    Mit zunehmender Datenorientierung von Gebäuden wird interoperables Licht essenziell für mehr Komfort, Betriebseffizienz und bessere Umweltbilanz. Themen wie Cybersecurity – etwa durch Verschlüsselung und sichere Inbetriebnahme – stärken das Vertrauen in diese Systeme. Zertifizierungsprogramme stellen sicher, dass Produkte Sicherheitsstandards erfüllen und Integration für Anwender*innen erleichtert wird.

  4. Drahtlose Beleuchtung und Steuerungen 
    Die steigende Nachfrage nach intelligenter Gebäudeautomation und IoT-Lösungen treibt die Einführung drahtloser Beleuchtung, da Unternehmen und Facility Manager flexible und einfach nachrüstbare Lösungen suchen, die sich gut in andere Systeme integrieren lassen. Die Fortschritte bei der Interoperabilität der Funkstandards für drahtlose Kommunikation für IoT und Smart Homes wie Bluetooth Mesh, Zigbee, Wi-Fi und Thread, erhöhen die Zuverlässigkeit und verringern Integrationshürden. Sicherheitsbedenken bei drahtlosen Netzwerken werden durch bessere Verschlüsselung, moderne Cybersecurity-Rahmen und cloudbasiertes Monitoring begegnet, wodurch drahtlose Beleuchtung auch für kritische Anwendungen geeignet ist. Um vom Wachstum zu profitieren, sollten Hersteller die Reaktionsgeschwindigkeit und Robustheit drahtloser Systeme weiter erhöhen, damit sie kabelgebundene Lösungen insbesondere in großen Gewerbe- und Industrieprojekten ersetzen können. Aufklärungskampagnen, Praxisbeispiele und Demos helfen, skeptische Zielgruppen von den Vorteilen drahtloser Beleuchtung zu überzeugen.

  5. Kreislaufwirtschaft in der Beleuchtung
    Kreislaufwirtschaft in der Beleuchtungsbranche bedeutet, Produktlebenszyklen zu verlängern, Abfall zu minimieren und Wiederverwendung durch innovative Designs und neue Geschäftsmodelle zu fördern. Modular aufgebaute, serviceorientierte und nachhaltige Lichtlösungen werden immer beliebter, da Unternehmen auf regulatorische Anforderungen reagieren und Kosten sparen wollen. Strengere Gesetze zur erweiterten Herstellerverantwortung und der Aktionsplan Kreislaufwirtschaft der EU motivieren Hersteller, langlebigere und recycelbare Produkte zu entwickeln. Während Europa bei Kreislaufmodellen führend ist, holen Nordamerika und Asien-Pazifik auf. Marktführer wie Signify und Zumtobel bieten bereits Leuchten mit austauschbaren Komponenten an, wodurch nicht mehr komplette Leuchten entsorgt werden müssen. Für mehr Nachhaltigkeit sollten Hersteller das Thema Kreislaufwirtschaft schon im Designprozess berücksichtigen, Recyclingmaterialien bevorzugen und Rücknahmeprogramme für Altprodukte etablieren.

  6. Fortschrittliche Notbeleuchtung 
    Der Markt für Sicherheits- und Notbeleuchtung profitiert von steigender Bautätigkeit, dem Fokus auf Sicherheit und technischen Fortschritten. Weltweit strengere Bauvorschriften treiben die Nachfrage nach modernen Notlichtlösungen, und Behörden setzen die Einhaltung von Normen wie NFPA 101, EN 1838 und IEC 60598-2-22 durch. Während Nordamerika und Europa über klare Vorgaben verfügen und Wachstum erwarten lassen, fehlen in Ländern wie Mexiko oder Teilen Südostasiens eindeutige Regelungen.

    Der Markt entwickelt sich von einfachen Fluchtwegschildern hin zu intelligenten, adaptiven Lichtsystemen, die Sicht und Sicherheit verbessern und dabei Energie sparen. Unternehmen, die in vernetzte, selbsttestende Notbeleuchtung investieren, sind gut aufgestellt. Hersteller werden dazu ermutigt, interoperable, adaptive Evakuierungslösungen mit dynamischer Beschilderung zu entwickeln, um vollständig integrierte Sicherheitssysteme zu schaffen. Notlichtanlagen mit eingebauter Konnektivität ermöglichen Fernüberwachung, automatisierte Tests und vorausschauende Wartung und bieten wertvolle Daten und Erkenntnisse für Eigentümer*innen und Betreiber*innen.

  7. Lighting as a Service
    Die Beleuchtungsbranche entwickelt sich von einem produktorientierten Geschäftsmodell hin zu nachhaltigen, dienstleistungsbasierten Lösungen – Lighting-as-a-Service (LaaS) wird voraussichtlich zum Standard. Durch Abonnementmodelle erhalten Unternehmen Zugang zu modernen LED-Technologien, ohne hohe Anfangsinvestitionen tätigen zu müssen, und profitieren gleichzeitig von geringeren Energiekosten sowie einer Wartung, die vollständig vom Serviceanbieter übernommen wird. Viele LED-Systeme, die vor 2016 installiert wurden, erreichen bis 2025 das Ende ihrer Lebensdauer, was Chancen für die Modernisierung auf effizientere und vernetzte Lichtlösungen eröffnet. Der Markt für digitale Lichtservices wird voraussichtlich stark wachsen und bis 2028 ein Volumen von über 1,1 Milliarden US-Dollar erreichen. Branchenakteur*innen werden dazu ermutigt, die Entsorgung und das Recycling alter LED-Leuchten im Sinne der Kreislaufwirtschaft zu organisieren, KI-gestützte Überwachung zur Verlängerung der LED-Lebensdauer einzusetzen und gezielt Sektoren mit strengen regulatorischen und ESG-Anforderungen wie Industrie, Einzelhandel, Bürogebäude, Gesundheitswesen und Kommunen anzusprechen – hier sind die Vorteile bei Kosteneinsparungen und Nachhaltigkeit besonders groß. 
Dr. Heiko Baumgartner

Dr. Heiko Baumgartner

Freier Journalist mit Schwerpunkt auf den Bereichen Life Science, Sicherheit und Chemie.

Dank seiner umfangreichen Erfahrung als Publishing Director bei einem führenden internationalen Wissenschaftsverlag und seinem Expertenwissen als Chefredakteur in verschiedenen Fachredaktionen baut Dr. Baumgartner eine Brücke zwischen Innovationen und Technologien sowie deren praktischen Anwendungen.

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